Berlin : Tempelhof

Contractor : city of Berlin
BASE landscape designer + anOtherArchitect + Transolar + EEM special consultant

 

Berlin / Germany
budget / 60 M€
surface / 300 ha
competition / 2nd price april 2011

 

"Wahrheit ist unsichtbar"
Jorge Luis Borgès

"Design ist unsichtbar"
Lucius Burckhardt

Was Intelligent Gebaut wurde kann auch Intelligent Umgenutzt werden.

Wie das Jahr 2010 gezeigt hat, ist der Beginn des Umwandlungsprozess von einem « Flughafen Tempelhof » in einen « Urbanen Park Tempelhof » ohne Probleme möglich. Zahlreiche Nutzer stehen bereits jetzt hierfür als Zeugnis.

Der Erfolg begründet sich hierbei auf dem Alleinstellungsmerkmal dieses Ortes mitten in der Stadt. Die offene Weite mit nahezu unbegrenzten Aneignungsformen, die dem Besucher des Ortes gleichzeitig klar das zugrundeliegende räumliche Prinzip vermittelt, repräsentiert die wesentliche Qualität des ehemaligen Flughafens in Tempelhof.

Die Weiterentwicklung der „Parklandschaft“ erfolgt unter Wahrung der spezifischen Identität des Ortes.

Diese ist wesentlich geprägt durch:
-Flora und Fauna (in Symbiose mit den Parknutzern)
-Die Territoriale Dimension (eine Landschaft in der Stadt - Zeitgemäß und Romantisierbar)
-Die Monumentale Komposition der Flughafengebäude sowie der beiden Start/Landebahnen
-Das Horizontale Relief
-Das Wasser, trotz seiner Allgegenwärtigkeit noch Unsichtbar
-Der Wind
-Die ungenutzten Bauwerke auf dem Feld, dennoch einzigartig
-Die umliegenden Quartiere, mit ihrer einzigartigen Identität durch ihren Reichtum an kultureller Diversität

Unser Projekt stellt keine Überformung des Vorhandenen dar!

Es ist eine Aufwertung der existenten Qualitäten, eine systematische Umnutzung vorhandener Elemente, sowie Realitäten des THF. Ziel ist, eine zeitgenössischen und zukünftigen Bedürfnissen angepasste Umgangsform mit diesem Ort. Die Vermittlung von Vergnügen und Großzügigkeit innerhalb eines städtischen Freiraumes, stellt ein zentrales Anliegen des Projektes dar.

Airport > Parklandschaft
Runway > lineare Wasserlandschaft
Wasser > Biomasse / Mikroklima / Aufbereitung
Architekturen > Satelliten
Grenze > Ring / Grüner Horizont
Wind > Energie
Beton > Baugründungen
Erdarbeiten > In-situ
Pioniere > Entwicklung
IGA > Sozialer Nutzen


*IGA - EIN VORSCHLAG FÜR EIN MÖGLICHES SZENARIO

Die IGA 2017 besteht aus verschieden Bereichen von Ausstellungen und Gartenbau. Sie ist angeordnet im Bereich des ehemaligen Flughafenterminals, nahe des Columbia Damms auf den Freiflächen des ehemaligen Flughafens und im Park selbst bis zum Kanals, der die südliche Grenze des IGA-Areals darstellt.
Unser Lösungsvorschlag für die IGA ist die Organisation des IGA-Rundgangs, die Organisation des Raums, der derselben Logik der Parklandschaft folgt, die Verortung der drei Haupt-Satelliten mit einer dreiphasigen Etappierung.

In der Gartenkunst ist es schon immer um die Frage nach der Repräsentierung der Natur und die Stellung des Menschen in ihr gegangen. Und auch heute noch, im 21. Jahrhundert, mit den ihm eigenen umweltschutzfachlichen und ökologischen Problematiken ist es wichtig, sich diese Frage immer wieder zu stellen.
- Was sind unsere Wertvorstellungen im Jahr 2017 im Bezug auf die Natur?
- Wie können wir leben, ohne unsere Umwelt zu zerstören?
- Wie werden wir leben, wenn wir einst möglicherweise unsere Umwelt zerstört haben werden?
Die IGA 2017 bietet zwar keine Antworten auf diese Fragen. Sie bietet aber drei innovative, räumliche und ästhetische Blickwinkel zu diesen Fragen, sie bietet einen möglichen Handlungsstrang für die Natur im Jahr 2017 und später an, drei Etappen des Wissens und des Entdeckens.
Diese drei Themenvorschläge sind zwar die Hauptbestandteile der IGA, sie werden aber durch Pioniergärten und Klassischen Themen im Bereich Columbiadamm vervollständigt. Sie sind so angeordnet, dass auf dem Rundgang der flexibel abgeändert werden kann, man keine zwei Mal am selben Ort vorbeigehen muss.
- die erste Etappe befindet sich im Eingangsbereich und ist Ort der Bestandsaufnahme. Der erste Satellit behandelt die Veränderung der Elemente, der Matierie, des Klimas und mögliche Konsequenzen für den Menschen. Hier wird nicht die Alarmglocke geschlagen. Im Gegenteil, es ist ein Ort des ‘hier-und-jetzt’, ein neuer Freiraum für Berlin, ein Ort der Entspannung und des Picknickens im Park.
- In der zweiten Etappe werden die innovativsten und am weitesten entwickelten Techniken urbaner Landwirtschaft weltweit vorgestellt. Von Fischzucht über neue Pflanzenzüchtungen, von Insekten zu Biomasseproduktion, von Algen zu Wasserstoff, von Hydroponie zu vertikalem Gartenbau, von Wasserklärung zu Trinkwasseraufbereitung
- Die dritte Etappe behandelt die spirituelle Ebene. Dieser Satellit ist Zentrum des interkulturellen Austauschs, in Nachbarschaft zum muslimischen Friedhof, um einen Garten von mystischen und medizinischen Pflanzen als Symbol für verlorengegangenen Wissens.

*OPEN-LAND(SCHAFT)-CLUB
Der Landschaft-Club ist ein Satellit mit offenem Programm das von den Anwohnern gewählt werden kann. Unser Vorschlag ist eine von vielen möglichen Lösungen. Der Landschaft-Club kann ein Ort des Chill-outs sein, bei Tag und bei Nacht, mit Musikprogramm, leichter Gastronomie im Freien, und im Inneren Beach Volleyball, Tischtennis, Solarium und Sauna.

*GARTEN-CLUB
Gärtnern für Kinder und Eltern, Schulen und Vereine, Gartenbaukurse. Eine Augmented Reality App zeigt dabei den Teilnehmern den richtigen Umgang mit den Pflanzen und die Entwicklung in den Jahrezeiten.

*WARTUNGSHALLE AUF FREIEM FELD
Werkzeuge, Maschinen und Geräte, Schafpflege eines Klein-Bauernhofs können besichtigt werden und laden zum Mitmachen ein. Beim Kollektiven Gärtnern und Landschaftspflegen lernt man das Handwerk - und neue Leute kennen. Lern vorher den richtigen Umgang mit den Tieren auf der Internetplatform der Parks.

*EVENT-ORT
Ein überdachter Freiraum, der per Internet gemietet werden kann. Z.B. für Hochzeiten inklusive integrierter Honeymoon-Suite (der Honig kommt aus der Honig-Küche). Die Gäste fahren nach der Feierlichkeit nach Hause, das Brautpaar bleibt über Nacht. Eine lukrative Einnahmequelle für die Stadt ein besonderes Erlebnis für die Besucher.

*HONIG-KÜCHE
Eine kollektive Küche umgeben von Bienenstöcken. Ein Ort, der per Internet gemietet werden kann für eine ganz besondere Picknick-Erfahrung. Natürlich kann der Honig auch online gekauft werden.

*TIERREFUGIUM
Rückzugsorte für Frösche und Kröten, Fledermäuse, Vögel, Schmetterlinge und andere Nützlinge. Sie können nur unter bestimmten Bedingungen z.B im Rahmen einer Führung besichtigt werden oder per Webcam auf Tempelhof2.0 24/7 beobachtet werden.

Publications :
2010.06.16 - BerlinerMorgenPost
2010.06.16 - BerlinerZeitung
2010.06.16 - Berlins Grosste Zeitung